Begrüßung von Frau Uta Cramer-Düncher

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

herzlich willkommen zu unserer Eröffnungsfeier!

Ich begrüße insbesondere den Oberbürgermeister der Stadt Hanau, Herrn Kaminsky Herrn Diefenbach vom Hessischen Landesprüfungsamt, unserer Aufsichtsbehörde, den 1. Vorsitzenden der Gesellschaft für personzentrierte Psychotherapie und Beratung (GwG), Herrn Dr. Hallhuber-Ahlmann Herrn Schorn, den Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie und Beratung und Familientherapie.

„Was lange währt, wird endlich gut“ haben wir als Motto dieser Eröffnung gewählt. Dieser Satz impliziert einen anderen, bekannten Stoßseufzer: „Aller Anfang ist schwer.“

Und so war es auch.
Vor 7 Jahren stellte die Hessische Akademie für Personzentrierte Psychotherapie,  Beratung und Supervision (HAPP),  ein Zusammenschluss von Ausbildern in Gesprächspsychotherapie in Hessen, den Antrag auf Anerkennung als Ausbildungsinstitut im Vertiefungsverfahren Gesprächspsychotherapie beim HLPUG.

Der Wissenschaftliche Beirat für die Psychotherapie hatte nach langem Ringen die Gesprächspsychotherapie als Verfahren für die vertiefte Ausbildung inzwischen anerkannt. Die Anerkennung wurde auch erteilt. Sie ruht aber.  

Damals bereits dabei waren  Else Döring, jetzt zuständig für die Kinder und Jugendlichen Psychotherapieausbildung,  Birgit Wiesemüller, jetzt verantwortlich für die Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten  und ich, heute verantwortlich für die Geschäftsführung

Vor Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes war die Psychotherapie-Landschaft geprägt, durch eine Vielfalt von Verfahren und Methoden. Wir hatten das als Bereicherung erlebt und die Einengung auf nur ein Verfahren, wie es nach dem Psychotherapeutengesetz notwendig wurde, als Verarmung empfunden. (Der Vortrag von Prof. Kriz wird sich nachher ausführlich mit diesen Fragen beschäftigen.)

Und so hatten und haben wir einen Traum: Dass Vielfalt erhalten bleibt und weitergegeben wird an künftige Therapeutengenerationen

Wir sahen also damals die Chance, auch die Gesprächspsychotherapie  in die Ausbildungslandschaft zu integrieren. Leider wurde das dadurch verhindert, dass die Gesprächspsychotherapie nicht als Richtlinienverfahren – das ist die Voraussetzung für die Abrechnung mit den Krankenkassen – anerkannt wurde.

Wir mussten also umdenken.
Warum nicht eine Ausbildung im Vertiefungsfach Verhaltenstherapie – diese ist ein Richtlinienverfahren -  anbieten und die Möglichkeiten, die das Gesetz zur Integration aller wissenschaftlich anerkannten Verfahren bietet, voll ausnutzen?

Gesagt getan!
Wir waren im erneuten Anerkennungsprozess beim Landesprüfungsamt, als die systemische Therapie vom Wissenschaftlichen Beirat ebenfalls für die Ausbildung anerkannt wurde.

Nun waren wir schon zwei Verfahren, die in der Ausbildung gelehrt aber nicht mit den Kassen abgerechnet werden können.

Zu zweit ist man ja bekanntlich weniger allein und so machten wir uns auf die Suche nach Partnern in den Reihen der Systemiker. Wir trafen auf zwei Kollegen vom Praxisinstitut hier in Hanau: Andreas Fryszer: Zusammen mit Else Döring verantwortlich für die KJP-Ausbildung und Rainer Schwing: der seine geballte Unternehmer-,Berater-und Therapeutenpower unermüdlich für die Entwicklung der HAiP einsetzt. Rainer Schwing kann heute leider nicht dabei sein.

Wir fanden Gefallen aneinander, wir gründeten eine neue Gesellschaft mit neuem Namen: die  Hessische Akademie für integrative Psychotherwpie, HAiP.  Wir  sind nach einigen Irrungen und Wirrungen, die – wie wir Psychotherapeuten ja wissen – zu jeder Entwicklung gehören,  hier am Ulanenplatz in Hanau in diesen schönen Räumen heimisch geworden.  Wir sind auf viel Zustimmung zu unserem Konzept gestoßen: Bei denjenigen, die eine Ausbildung suchen, die zu ihnen passt, aber auch bei unseren Kooperationspartnern in Kliniken und Praxen.

Bevor  ich das Staffelholz weitergebe an Andreas Fryszer, der etwas dazu sagen wird, was das Praxisinstitut dazu bewogen hat, sich diesem Projekt anzuschließen, möchte ich Dank sagen:

Danken möchte ich Herrn Diefenbach und Frau Rentsch vom HLPUG für ihre Unterstützung und Geduld. Besonders Frau Rentsch habe ich sicher mit meinen vielen Fragen und Unsicherheiten manchmal ziemlich genervt. Aber sie blieb immer freundlich und ermutigend.

Dank auch an die Kolleginnen und Kollegen von anderen Ausbildungsinstituten, die uns großzügig mit ihrem Rat unterstützten.

Danken möchte ich Frau Werle, die in der Geschäftsstelle mit Unterstützung von Frau Marquart dafür sorgt, dass wir nicht im organisatorischen Chaos versinken. Seit kurzem werde ich auch in der Geschäftsführung von Benjamin Borowik unterstützt, was mich sehr glücklich macht.

Danken möchte ich den vielen ungenannten Mitgliedern der HAPP, auf deren umfangreichen Vorarbeiten wir aufbauen konnten.

Und last but not least  meinen Mitgesellschaftern Else Döring, Birgit Wiesemüller, Andreas Fryszer, Rainer Schwing für die unzähligen Arbeitsstunden, die sie in dieses Projekt gesteckt haben.

Begrüßung von Andreas Fryszer

Frau Cramer-Düncher hat eben ein wenig aus der Entwicklungsgeschichte  der hessischen Akademie für integrative Psychotherapie kurz HAiP berichtet.

Mein Name ist Andreas Fryszer. Ich gehöre, wie sie eben hörten mit Rainer Schwing zur 2. Staffel beim Aufbau der Akademie. Wir sind recht spät, aber immerhin noch rechtzeitig dazugekommen, um die erfolgreiche Realisation des Projekts mit zu gestalten und jetzt auch feiern zu können.

Rainer Schwing ist der Inhaber und  Geschäftsführer des Institutes Praxis. Praxis ist  eines der größten Ausbildungsinstitute für systemische Beratung und Therapie in Deutschland. Uns verbindet eine lange Freundschaft, viele gemeinsame Projekte in und außerhalb von Praxis und zwei Fachbücher, die wir in den letzten Jahren geschrieben haben.

Wir haben uns sehr gefreut, als die Kolleginnen uns eingeladen haben HAiP mit Ihnen  ins Leben zu heben.

Das hatte drei Gründe:
Die Integration verschiedener psychotherapeutischer Ansätze ist wegweisend für die Behandlung und für die Entwicklung des Fachfeldes! Und leider gibt es kaum integrative Ausbildungsinstitute in Deutschland.

Natürlich ist das Verhalten wesentlich, um Menschen Entwicklung zu ermöglichen – deshalb brauchen wir die Verhaltenstherapie.

Selbstverständlich haben wir ein dynamisches Innenleben – deshalb brauchen wir den tiefenpsychologischen Ansatz, um die Entwicklung von Menschen zu unterstützen.

Ohne sein soziales System, seine Familie und seine Gesellschaft ist kein Mensch verstehbar – deshalb brauchen wir systemische Therapie.

Die Fähigkeit zur Selbstverwirklichung ist unbedingt nötig, um ein erfülltes Leben zu haben. Deshalb machen die humanistischen Therapieansätze Sinn.

Eine integrativer Therapieansatz  mag nicht im Interesse der einzelnen Therapieverbände liegen -  aber er  dient sicher einer Behandlung, die auf der Höhe der fachlichen Entwicklung steht.

Das Institut Praxis lockten jährlich über 1000 Fachleute nach Hanau, die sich hier in längeren Ausbildungsgruppen oder Fachtagen zu neuere Entwicklungen im systemischen Feld und darüber hinaus weiterbilden lassen.

Zielgruppe des Institutes sind Akteure in den Fachfeldern Sozialwesen, Jugendhilfe und Gesundheitswesen.

Eine Therapieausbildung mit einem Approbationaabschluss  ergänzt diese Weiterbildungspalette des Institutes wunderbar. Dabei sind wir durchaus auch angeregt durch das unmittelbare Umfeld des Institutes: das traumapädagogische Institut und die Welle im Haus, die VHS in nächster Nachbarschaft!  Hier entsteht so etwas wie ein Bildung- und Qualifizierungsstandort. Das ist aufregend und anregend!

Der dritte Grund  liegt in der ambulanten psychotherapeutischen Versorgungssituation von Kindern und Jugendlichen im Rhein-Main-Gebiet. Hier besteht ein Bedarf. Als langjähriger Leiter einer internationalen Erziehungsberatungsstelle in der Frankfurter Innenstadt weiß ich, wie schwierig es oft in der Region ist, einen Kindertherapeuten zu finden.  In zwei Jahren wird HAiP eine Institutsambulanz eröffnen. Die Institutsambulanz wird diese Situation ein wenig entspannen.

Wir freuen uns, dass wir vor einigen Monaten erfolgreich mit der ersten Ausbildungsgruppe begonnen haben. Eine zweite Ausbildungsgruppe für Kinder- und Jugendlichen Therapeuten wird im Frühjahr 2014 starten. Eine Ausbildungsgruppe für  psychologische Psychotherapeuten, die mit Erwachsenen arbeiten, wird folgen.

Diese Entwicklung feiern wir heute mit Ihnen und wir freuen uns sehr, dass sie an dieser Entwicklung Anteil nehmen.