HAiP Neues Ausbildungsinstitut feiert in Hanau Eröffnung

Psychotherapieausbildung endlich integrativ

PM 06_2013

Hanau, 5.06.2013. In Hanau eröffnet ein Ausbildungsinstitut, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, systemische und humanistische Verfahren mit verhaltenstherapeutischen Ansätzen zu kombinieren. Die HAiP (Hessische Akademie für integrative Psychotherapie) verspricht sich durch die integrative Psychotherapieausbildung eine Verbesserung der psychotherapeutischen Versorgung. Das Institut entstand aus einer Kooperation zwischen dem in Hanau ansässigen Praxis-Institut (systemisch)und der HAPP (Hessische Akademie für Personzentrierte Psychotherapie und Beratung) und soll die regionale Vernetzung im Gesundheitswesen fördern.

„Die Gefühls- und Erlebenswelt des Menschen  ist vielschichtig“, sagt die Geschäftsführerin der HAIP Uta Cramer-Düncher. „Wer die Menschen in ihrer ganzen Persönlichkeit verstehen möchte, kann sich nicht nur auf ein Psychotherapieverfahren beschränken“, äußert sie. Dabei beruft sie sich auf wissenschaftliche Studien, die zeigen, dass Methodenvielfalt notwendig ist um der Vielfalt der Störungsbilder und der Persönlichkeit der Patienten gerecht zu werden.  

Im Institut werden Kinder-und Jugendlichenpsychotherapeuten (KJP)und Psychologische Psychotherapeuten (PP) nach den Vorgaben der staatlichen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung ausgebildet. Die Ausbildung für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, die zur Approbation führt, existiert seit dem 1.1.1999 und wurde mit dem Psychotherapeutengesetz geregelt. In der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung ist festgelegt, dass neben den sogenannten Richtlinienverfahren (Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologie und Psychoanalyse) auch die wissenschaftlich anerkannten Verfahren Gesprächspsychotherapie und Systemische Psychotherapie gelehrt werden sollen. Dies ist in vielen bestehenden Ausbildungsinstituten nicht immer befriedigend  geregelt.

Die HAIP ist aus einem Zusammenschluss des Praxis-Institut (Systemische Psychotherapie) in Hanau und  der HAPP (Hessische Akademie für Personzentrierte Psychotherapie und Beratung) entstanden. Sie hat in diesem Jahr Räume in Hanau bezogen. Beide Gruppierungen wollen die langjährig erprobten und wissenschaftlich anerkannten  Psychotherapieverfahren vermitteln, damit diese nutzbringend angewandt werden können. Rainer Schwing, Leiter des Praxis-Instituts und Gesellschafter der HAIP ist daran gelegen, die Angebote des Gesundheitswesens  in Hanau durch ein Ausbildungsinstitut für Psychotherapeuten vor Ort zu komplettieren. „Wir wollen unsere Kandidaten umfassend und praxisnah ausbilden. Eine Vernetzung mit den Praxiseinrichtungen des regionalen Gesundheitswesen ist uns besonders wichtig“, teilt Rainer Schwing mit. Am 17.04 2013 startete bereits der erste Approbationsausbildungsgang für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (KJP) mit 16 Teilnehmern.

Zur Eröffnung am 5.Juni hält Prof. Dr. Jürgen Kriz, emeritierter Professor der Uni Osnabrück  und bekannt für sein Engagement zur Methodenvielfalt, den Festvortrag mit dem Titel: „Integrative Psychotherapie-was Psychotherapeuten wirklich tun und was sie lernen sollten.“ Der Oberbürgermeister von Hanau Claus Kaminsky hat sein Kommen zugesagt und wird ein Grußwort sprechen.

Die Verhaltenstherapie ist ein sogenanntes Richtlinienverfahren, das sowohl wissenschaftlich als auch sozialrechtlich anerkannt ist. Verhaltenstherapie wird von der Kasse bezahlt. Eine Verhaltenstherapie beschäftigt sich mit aktuellen seelischen Problemen und Störungen. Die Psychotherapie beginnt mit der Analyse der Entstehung und der aufrechterhaltenden Bedingungen des aktuellen Problems. Die Behandlung, die mit dem Patienten zusammen entwickelt wird, hat die Veränderung von Denk- und Verhaltensweisen zum Inhalt.

Die Systemische Therapie ist wissenschaftlich anerkannt und noch kein Richtlinienverfahren. In der Systemischen Therapie wird das soziale Umfeld in die Psychotherapie einbezogen. Systemiker gehen davon aus, dass jedes Symptom einen Sinn hat und suchen nach der Funktion des Symptoms. Im Vordergrund steht für Systemiker das Finden von Lösungen und nicht das Beschäftigen mit Problemen.

Die Gesprächspsychotherapie oder Personzentrierte Psychotherapie ist ein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren. Gesprächspsychotherapeuten davon aus, dass seelische Störungen dadurch entstehen, dass Gefühle und damit verbundene Erfahrungen nicht wahrgenommen werden dürfen. Durch eine verstehende, echte und akzeptierende Haltung des Therapeuten soll der Pat. darin unterstützt werden, seine Gefühle zu erkennen, Erfahrungen zuzulassen und seine Potentiale zu  verwirklichen.